Polyethylen beschichten

Die Beschichtung von Polyethylen (PE) stellt besondere Anforderungen, da es von Natur aus eine sehr niedrige Oberflächenenergie besitzt. Ohne gezielte Vorbehandlung kann Farbe, Lack oder Klebstoff leicht wieder abblättern. Durch geeignete Prozesse wird die Oberfläche jedoch so verändert, dass Beschichtungen sicher haften.

Herausforderung: Niedrige Oberflächenenergie

PE ist chemisch inert – es hat fast keine polarisierten Moleküle an der Oberfläche. Das führt dazu, dass Flüssigkeiten wie Farbe nicht benetzen, sondern in Tröpfchen abperlen.

Mechanische und chemische Vorbehandlung

Tests zur Erfolgskontrolle

Nach der Vorbehandlung sollte idealerweise ein Tintentest durchgeführt werden: Testtinten mit definierten Grenzwerten zeigen, ob die Benetzung ausreichend ist (z. B. ≥ 38 mN/m). Verläuft die Tinte gleichmäßig, ist die Oberfläche bereit für die Beschichtung.

Beschichtungsverfahren

  • Extrusionsbeschichtung: Geschmolzenes PE wird mittels Extruder direkt auf Substrate wie Papier oder Folie aufgebracht – ideal für Verpackungen.
  • Wirbelsinterverfahren: Vorwärmen des Bauteils, Eintauchen in PE-Pulver und Aufschmelzen im Wirbelbett – ergibt gleichmäßige, robuste PE-Schichten für Metallteile.

Nachbehandlung

Bei Bedarf kann nach dem Beschichten noch poliert oder versiegelt werden. Ein geeigneter Primer erhöht zusätzlich die Haftung, besonders bei UV- oder reaktiven Lacken.

Fazit

Polyethylen lässt sich effektiv beschichten, wenn die Oberfläche zunächst mechanisch strukturiert und chemisch aktiviert wird. Verfahren wie Corona/Plasma und die Kontrolle via Tintentest sichern die Haftung. Ob per Extrusion oder Wirbelsintern – mit diesen Schritten entstehen dauerhafte, hochwertige PE-Oberflächen.

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Tantec ist ihr Experte für Oberflächenbehandlungen mittels Plasma- und Corona-Technologien. Wenn Sie noch Fragen haben oder Hilfe benötigen, beraten wir Sie gerne.

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